Historischer Verein Wegberg e.V.
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Archäologische Funde

in Wegberg und Umgebung

LandesMuseum Bonn 2019, Ausstellung AiR 2018, Tremissis, 7. Jh., Foto: Heinen

Die Leiterin der Außenstelle Nideggen-Wollersheim, Dr. Petra Tutlies, beschrieb im Jahre 2000 in ihrem Aufsatz "Ein Glücksfall für die Archäologie in Wegberg" die Fundsituation in Wegberg wie folgt:

Die archäologische Kenntnisse im Stadtgebiet Wegberg lassen sich durch die Kartierung der Fundmeldungen seit 1941 (Abb.143) verdeutlichen: Einer geringen Zahl zufälliger Einzelmeldungen steht eine Vielzahl von Meldungen aus den Jahren 1958-1965 gegenüber, die durch die sog. Landesaufnahme systematisch gewonnen wurden. Zum ersten Mal wurde durch flächige Begehungen im Stadtgebiet Wegberg eine Bestandserhebung archäologischer Fundstellen durchgeführt. Es erwies sich als besonders günstig, daß mit dem Studenten Karl August Ostendorf ein gebürtiger Wegberger für diese Aufgabe gewonnen werden konnte. Zusammen mit Manfred Groß vom Rheinischen Landesmuseum Bonn hat er in diesen Jahren weit über 400 bislang unbekannte Fundstellen inventarisiert.
Ein weiterer 'Peak' in der Fundstellenkartierung im Jahre 1979 ist forschungsgeschichtlich interessant: Das Rheinische Landesmuseum Bonn führte vorbereitend für die Einführung des Denkmalschutzgesetzes Nordrhein-Westfalen im folgenden Jahr eine Schnellinventarisierung aller obertägig sichtbaren Geländedenkmäler durch. Im Wegberger Stadtgebiet wurden 14 Denkmalblätter erstellt, darunter die Wegberger Burg und die Motte Tüschenbroich.

Ab 1995 ist dann ein kontinuierlicher Anstieg der Fundstellenmeldungen aus dem Stadtgebiet zu verzeichnen. Dies hängt maßgeblich mit der Arbeitsaufnahme des Arbeitskreises Archäologie im Historischen Verein Wegberg e.V. zusammen. Ein Kreis interessierter Heimatforscher um Hans Langerbeins aus Wegberg-Watern machte es sich zum Ziel, die archäologischen Fundstellen im Stadtgebiet zu sichten, zu komplettieren und zu betreuen. Auch der ehemalige Student Ostendorf konnte gewonnen werden, sich erneut der archäologischen Fundstellen anzunehmen.

Es ist maßgeblich dem Engagement Hans Langerbeins zu verdanken, daß sich seitdem nicht nur der Fundstellenbestand beträchtlich erweitet hat, sondern daß auch die schon in der Landesaufnahme begangenen Fundstellen in ihrem Erhaltungszustand neuerlich bewertet wurden." Darüber hinaus wurde ein wissenschaftlicher Schwerpunkt formuliert, der die Gruppe vor allem an das nördliche Stadtgebiet band. Durch die annähernd vollständige Begehung aller Ackerflächen um den Ort Rickelrath herum konnte die römische Siedlungslandschaft erschlossen werden; dabei ging es den Bearbeiterm um das möglichst vollständige Erfassen aller zum römischen Siedlungsbild gehörenden Fundstellen wie Hofstellen, Straßen und technische Anlagen wie Ziegeleien und Töpfereien.
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Auszüge aus: "Ein Glücksfall für die Archäologie in Wegberg" von Petra Tutlies
in: Archäologie im Rheinland 2000 (2001) 159-160.
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Aktuelles

Wegberg, 07.08.2021
Anmerkungen zum "Goldrausch in Wegberg"

Am 28. Juni 2021 berichtete die Rheinische Post unter der Überschrift "Goldrausch in der Mühlenstadt" über einem Fund von "spätantiken Goldmünzen des Römischen Reiches" im Jahre 2018 und dass eine dieser Exemplare im Museum des Landschaftsverbandes Rheinland ausgestellt sei. Gleichlautendes war bereits am 21. Juli 2021 auch auf der Website der Stadt Wegberg zu lesen. Unter dem Motto "Wegberg im Goldrausch" machte die Stadt auf ein außergewöhnliches Gewinnspel aufmerksam, bei dem eine "Gold-Nachprägung einer spätantiken Goldmünze des Römischen Reiches im Wert von rd. 1.000 Euro" zu gewinnen sei.

Ohne die gute Absicht und die Bemühungen zur Belebung der Wegberger Mühlenroute mittels der ansonsten gut gemachten Broschüre "Wegberger Mühlengold" herab zu würdigen, muss festgestellt werden, dass sich bei der Beschreibung der Münze eine Reihe von gravierenden Fehlern eingeschlichen hat. Es ist daher notwendig und angemessen, eine Korrektur und Klarstellung vorzunehmen, damit es nicht durch eine Verbreitung dieser fehlerhaften Angaben zu einer weiteren Geschichtsklitterung kommt.

Leider erweckt bereits das neben stehende Foto der Stadt Wegberg mit dem abgebildeten Dutzend an Münzen fälscherweise den Eindruck eines umfangreichen "Münzenfundes".
Beim Historischen Verein wurde bereits nachgefragt, ob wir bei dem Vortrag und dem Bericht über den Münzfund in der Geschichtswerkstatt am 20.02.2019 falsch oder nicht vollständig berichtet hätten.

Ein Tremissis ist zwar eine spatantike Münze und wurde durch Kaiser Valentinian I. während seiner Regierungszeit in den Jahren 364-375 eingeführt. Die römischen Münzen wurden durch die kaiserlichen Münzstätten in sehr großen Mengen ausgegeben, waren in ganz Europa verbreitet und der Tremissis dürfte zu der Zeit die häufigste Münze gewesen sein.

Daher führt die Bezeichnung der "Wegberger Münze" als "römisch" zu einer falschen Einschätzung ihrer Seltenheit und ihrer Bedeutung sowie ihres Wertes.
Der in Wegberg gefundene Tremissis ist jüngeren Datums und stammt aus dem 7. Jahrhundert. Da der Geldbedarf bei den Merowingern vergleichsweise gering war, wurden Münzen in kleineren Mengen hergestellt und sind daher heute sehr selten. Der Seltenheitswert dieser Münzen ist ebenfalls davon anhängig, welcher Münzmeister sie geschlagen hat. Die Umschrift auf der Rückseite nennt den Namen des Münzmeisters MADELINUS. Bedeutsamer für die Seltenheit eines Tremissis ist, in welcher Stadt sie geschlagen wurde. Die Vorderseite trägt die Umschrift "DORESTAT FIT" für Dorestad als Prägeort. Dorestad (in den heutigen Niederlanden, in der Nähe von Utrecht gelegen) war die bedeutendste Handelssiedlung des 7. bis 9. Jahrunderts. Auch wenn die Tremisses aus Dorestad schon sehr selten sind, so finden sich noch weniger Exemplare des Münzmeiters Madelinus aus der Zeit, als er zuvor in Maastricht tätig war. Diese hat er mit der Umschrift "TREICTO FIT" (in Maastricht geprägt) versehen.

Und last but not least einige Erklärungen zu Größe, Gewicht und Goldwert der Münze.
Die Fotos vermitteln leider einen trügerischen Eindruck von der Größe der Münze. Die Überschrift "Klein, aber fein" in der Ausstellung im LandesMuseum Bonn weist dezent hierauf hin.

Beim "römischen" Tremissis handelt es sich um eine sogenannte "Drittelmünze" der römische Standardmünze, des Solidus. Dieser hat ein Gewicht von 4,5 g, so dass ein Tremissis zu römischen Zeiten 1,5 g wog. Gewicht und Goldgehalt wurden durch die kaiserlichen Münzstätten überwacht, so dass der Wert der Münzen konstant blieb.

Die Merowinger verzichteten hingegen auf eine unmittelbare Kontrolle und ließen stattdessen den Tremissis durch beauftragte Münzmeister schlagen und von diesen auch im Umlauf bringen. Hierbei variierten die Durchmesser von ca. 12 bis 15 mm.
Das ursprüngliche "römische" Gewicht von 1,5 g reduzierte sich auf bis zu 1,0 g.

Der "Wegberger"-Tremissis hat ein Gewicht von 1,27 g. Mit einem Blick auf den tagesaktuellen Goldpreis lässt sich der Goldwert der Münze leicht berechnen.

Wegberg, 05.03.2019

Fund einer Goldmünze des 7. Jahrhunderts in Wegberg
Erläuterungen zu dem im LVR-LandesMuseum Bonn ausgestellten Tremissis


Im Jahre 2018 wurde auf dem Wegberger Stadtgebiet eine Goldmünze gefunden. Dieser Fund wurde dem LVR-Amt für Bodendenkmalpflege gemeldet. Es zeigte sich, dass es sich um einen sogenannten Tremissis aus der Merowingerzeit

(7. Jahrhundert n. Chr.) handelt.


LandesMuseum Bonn 2019, Ausstellung Air 2018, Vitrine mit Tremissis, 7. Jh., Fundort Wegberg, Foto: Heinen
Dieser Fund in Wegberg war so bedeutend, dass er anlässlich der Jahrestagung "Archäologie im Rheinland 2018" als herausragender Neufund des letzten Jahres präsentiert wurde und im Februar 2019 im LVR-LandesMuseum Bonn an prominenter Stelle in einer separaten Vitrine ausgestellt wurde.
Fotos (3): H.-J. Heinen

Weitere Fotos von der Sonderausstellung "Archäologie im Rheinland" des LVR-ABR sehen Sie in einer > Bildergalerie.
LandesMuseum Bonn 2019, Ausstellung AiR 2018, Tremissis, 7. Jh., Foto: Heinen
LandesMuseum Bonn 2019, Ausstellung AiR 2018, Tremissis, 7. Jh., Foto: Heinen
Vorder- und Rückseite des Tremissis, Foto: Vogel, LVR-LMB
Vorder-und Rückseite des Tremissis
Fotos (2): Jürgen Vogel, LVR-LMB, mit freundlicher Genehmigung von Dr. Michaela Aufleger, Abteilungsleiterin Fachdienste/Öffentlichkeitsarbeit, LVR-ABR
Klein, aber fein
Wegberg, Kreis Heinsberg
Merowingerzeit, 7. Jahrhundert n. Chr.
Aus Wegberg stammt ein sogenannter Tremissis des 7. Jahrhunderts, eine Prägung des merowingerzeitlichen Münz-Meisters Madelinus. Die Vorderseite der Goldmünze zeigt den stlisierten Kopf eines Herrschers nach spätantikem Vorbild, während die Umschrift den frühmittelalterlichen Handelsstützpunkt Dorestad in den heutigen Niederlanden als Prägeort nennt. Die Rückseite weist ein Kreuzsymbol und den Namen des Münzmeisters auf.
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Text: Abschrift des Info-Textes, Ausstellungsvitrine im LVR-LandesMuseum Bonn

Ergänzend zum Website-Bericht vom 05.03.2019 über den Tremissis-Fund in Wegberg können Sie weitere Erläuterungen lesen, die in unserer Rubrik Wegberg aktuell am 06.02.2019 anlässlich der Ausstellung "Archäologie im Rheinland 2018" im LandesMuseum Bonn veröffentlicht wurden.

Mittwoch, 06.02.2019 – Wegberg aktuell / LVR-LandesMuseum Bonn
Erläuterungen zu dem im LVR-LandesMuseum Bonn ausgestellten Tremissis


Wie selten merowingerzeitliche Münzfunde sind, zeigt auch der Aufsatz "Ein merowingerischer Triens aus dem fänkischen Gräberfeld in Vochem" von Paul Wagner in: Archäologie im Rheinland 1997 (1998) 99-101:
Insgesamt wurden etwa 110 Gräber untersucht, deren Analyse direkt im Anschluß an die Grabung in Angriff genommen wurde. Bereits während der Grabung fiel jedoch ein Fundstück auf, dessen Bergung aus einem bereits in der Antike weitgehend ausgeraubten Grab dem scharfen Auge unseres Grabungsarbeiters H. Lüdtke verdankt wird: Beim Durchsuchen der verworfenen Füllschichten des Grabes 11 fand er eine kleine Goldmünze, nicht größer als der Nagel eines kleinen Fingers und kaum schwerer als ein Gramm, die zu den ehemaligen Grabbeigaben gehörte. Angesichts der schlechten Witterung und des hohen Zeitdrucks zur Zeit der Auffindung ein ausgesprochen glücklicher Umstand.
AV, merowingerischer Triens, Monetarprägung.
Münzstätte Maastricht; Monetar MADELINUS, Datierung Anfang zweites Viertel des 7. Jahrhundert.
Schrötling mit kleinem Durchmesser und größerer Dicke nach dem Vorbild byzantinischer Prägungen. Gewicht 1,3 g, Godgehalt 55%.
Vorderseite: + TRIECTO FIT, Büste mit Perldiadem nach rechts.
Rückseite: MADELINVS N um zentrales Fußkreuz über Kugeln oder Perlen. Vgl. (Faksimile) Belfort Nr. 4456. Ein stempelgleiches Stück liegt im belgischen Münzkabinet in Brüssel.

Der Münzwert läßt sich erahnen, wenn man die wenigen Wertangabenaus der zeitgenössischen Literatur vergleicht. Abgesehen von den Wehrgeldangaben der späteren Lex Salica sind es meist herausgehobene Luxusgüter, für die überhaupt ein Wert in Geld angegeben wird, beispielsweise ein Schwert oder ein Pferd.
...
Vielleicht kann unsere Vorstellung durch eine kurioses Gedicht beflügelt werden, in dem der Wert eines Pferdes mit drei Mark beschrieben wird: ... ez wars wohl drier Marke wert ... ein Betrag, der sich grob an einem Wert von drei vollgewichtigen zeitgleichen Nominalen orientiert.
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Auszüge aus dem Aufsatz "Ein merowingerischer Triens aus dem fänkischen Gräberfeld in Vochem" von Paul Wagner in: Archäologie im Rheinland 1997 (1998) 99-101.

Eine lesenswerte Einführung in das Thema Goldmünzen bietet eine Broschüre der Kreissparkasse Köln. Unter dem Titel "Gold, Geld und Ehre ..." gratulierten im Jahre 2004 die Kölner Museen der Kreissparkasse zum 50. Jubiläum und stellten für die Ausstellung der Geldgeschichtlichen Sammlung der Kreissparkasse Köln Leihgaben zur Verfügung, die damals zum ersten Mal öffentlich gezeigt wurden.

Die Broschüre informiert in einer "Kurzen Geschichte der Goldmünzen" vor dem jeweils geschichtlichen Hintergrund über die Münzenproduktion und -verbreitung in den verschiedenen Epochen, beginnend mit der hervorragend organisierten Geldwirtschaft der römischen Kaiserzeit nach Augustus (27 v. bis 14 n. Chr.), über die dramatischen Einbrüche in Folge der Völkerwanderung, während des Mittelalters bis in die Neuzeit.
Über die hier relevante Epoche der Merowinger ist zu lesen:

In unseren Gebieten gab es zu dieser Zeit durch die Völkerwanderung ein Macht- und Geldvakuum. Die Herrschaft der Römer brach unter dem Ansturm der Germanen zusammen, die Münzstätte Trier stellte Anfang des 5. Jh. die Prägung ein. Die offensichtlich beim Volk noch massenhaft vorhandenen römischen Silber- und Kupfermünzen liefen bei den Germanen noch viele Jahrhunderte als Kleingeld um, neues Geld gab es nicht. Der städtische Handel brach zusammen, es wurde wieder getauscht.
Die wenigen Münzen, die vom 5. bis zum 7. Jh. von den Germanen selbst hergestellt wurden, bestanden aus Gold. Für den Kleinhandel waren sie zu wertvoll, man konnte sie für Bußen, Tribute oder größere Zahlungen verwenden. Wenig ist über diese sehr seltenen Münzen bekannt. Sie zeigen kein eigenständiges Münzbild, sondern imitieren im Stil und meist in der Umschrift byzantinische Goldmünzen. Stilistische Merkmale, Fehler in der Schrift oder besondere Beizeichen weisen auf ihre Herkunft hin.
Durch Eroberungen Chlodwigs (481 - 511) und der Einverleibung Burgunds 532 bis 534 wurde das Frankenreich zu einem mächtigen Staat in Europa, aber die Macht der Merowingerkönige ließ schon bald nach. Dies spiegelt sich in der Münzprägung wider: Im 7. Jh. gab es mehr als 800 Prägestätten, allerdings nur wenige davon in Deutschland; der Rhein bildete die Grenze. Die fast ausschließlich im Gewicht eines byzantinischen Tremissis (1/3 Solidus) geprägten Goldmünzen nennen gewöhnlich auch keinen Herrscher, sondern nur den Namen des Münzmeisters und den Prägeort.
Mitte des 7. Jh. kostete eine Kuh einen Solidus, also drei der kleinen merowingischen Goldmünzen. Dies entspräche heute etwa 35 € - Gold war viel wertvoller als heute. Ende des 7. Jh. verlagerte sich der Handel von Byzanz nach Friesland und England, gleichzeitig werden bei Poitou in Frankreich reiche Silberfunde gemacht. Dies bewirkt einen Übergang von der Gold- zur Silberwährung.
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Quelle: Das Fenster in der Kreissparkasse Köln - Thema 165 - Sept. 2004

Wer sich intensiver mit den Tremisses und frühmittelaterlichen Münzen beschäftigen möchte, hier weitere Links und Aufsätze:

Links zu Münzsammlungen

Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin
Das Münzkabinett ist die umfangreichste Sammlung ihrer Art in Deutschland. Ihr Standort ist das Bode-Museum im Berliner Ortsteil Mitte.
Die Münzen sind in einer Online-Datenbank einzusehen.
Die Sammlung "Mittelalter - Frühmittelalter (476 bis 900) umfasst immerhin noch 1228 Objekte. > Link zu: Münzen des Frühmittelalters
Der Aufruf der Seite etwas dauert. Man kann auch jede einzelne Münze mit einer ausführlichen Beschreibung aufrufen.

RGZM - Römisch-Germanisches Zentralmuseum
Mit über 400 Münzen der Westgoten, Ostgoten, Burgunder und Franken besitzt der RGZM eine der bedeutendsten Sammlungen frühmittelalterlichen Münzen Deutschlands. > Link zu: Münzen des Frühmittelalters in der Sammlung des RGZM

Kunsthistorisches Museum Wien (KHM)
Im KHM Wien ist derzeit eine merowingerzeitliche Münze des Münzmeisters Madelinus zu sehen (Raum II Vitrine 13)
> Link zu: Merowinger: Madelinus

Rijksmuseum von Oudheden / Nationales Museum der Altertümer, Leiden, NL
In der Abteilung "Topstukken" ist ein Tremissis des Münzmeisters Madelinus zu sehen: > gouden-munt-van-Madelinus
Details: 1,24g, goud, Periode: vmec 630-700 n.Chr., Vindplaats: Nederland, Utrecht, Wijk bij Duurstede,
Verwerving: overdracht 1992 januari, Inventarisnummer: WD 7546

Lokalkompass Essen-Nord, 30. Juli 2014
Ruhr Museum erwirbt seltene, in Borbeck gefundene Goldmünze
Bei der Vorbereitung zur Sonderausstellung „Werdendes Ruhrgebiet. Spätantike und Frühmittelalter an Rhein und Ruhr“, die ab März 2015 im Ruhr Museum gezeigt und mit rund 500 Exponaten aus dem 3. bis 11. Jahrhundert Licht in die „Dark Ages“ im Ruhrgebiet bringen wird, stieß man auf eine seltene Goldmünze.
> mehr...

Literatur zur Numismatik: Bücher und Aufsätzte
Die mit diesem Logo versehenen Aufsätze können im Vereinsarchiv eingesehen werden.

Boros, Mika - Johannes Hartner (2019)
  Frühmittelalterliche Glanzstücke des Wien Museums. Zwei merowingische Tremissis aus der Sammlung Spöttl.
In: Mitteilungen der Österreichischen Numismatischen Gesellschaft, MÖNG 59/1, 2019, 17-25

De Belfort, A.:
Déscription générale des monnaies mérowingiennes, Paris 1892-95.

Kötz, Stefan (2014)
 Ein fränkischen Tremissis von der Wüstung Herlethe bei Petershagen-Windheim
In: Archäologie in Westfalen-Lippe 2014, 79-81

Pol, A. (2010)
Madelinus and the disappearing of gold.
In: Willemsen, A. & Kik, H. (reds.), Dorestad in an international framework. New research on centres of trade and coinage in Carolingian times, Turnhout 2010, 91-94.

Van der Tuuk, Luik en Anton Cruysheer
Madelinus in Maartensdijk

Wagner, Paul (1998)
 Ein merowingischer Triens aus dem fränkischen Gräberfeld in Vochem.
In: Archäologie im Rheinland 1997, 99-101.
Anm.: Dez. 1997 fränkisches Gräberfeld mit 110 Gräbern bei Brühl-Vochem, Fund eines merowingischen Triens (=Tremissis) aus Maasticht (TRECTO FIT) geschlagen durch MADELINVS, 1,3 g, Goldgehalt 55%, ein stempelgleiches Stück liegt im
Münzkabinett in Brüssel.

Werner, Joachim (1954)
Waage und Geld in der Merowingerzeit
(Sitzungsberichte der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Jahrgang 1954, Heft 1)

Weisser, Bernhard (2020)
Münzkabinett Berlin: Im Könglichen Museum bis zur Gründung des Münzkabinetts als eigenständiges Museum, 1830-1868
In: B. Weisser (Hrsg.), Münzkabinett, Menschen Münzen Medaillen. Das Kabinett 17, Regensrauf 2010, 29-57

Zedelius, Volker (1987)
 Madelinvs Monetarivs -- eine neue Fundmünze des Madelinvs von Maastricht aus Borbeck
In: Archäologie in Rheinland 1987, 103

Funde aus früheren Jahren


Die wichtigsten archäologischen Funde im Raume Wegberg sind Funde der Steinzeit, wie Faustkeile, Steinbeile und andere Steinartefakte. Aus der Bronzezeit wurde in Rickelrath ein Tüllenbeil (Alter um 1200 vor Christus) gefunden. Die Römer hinterließen in unserer Gegend vielfältige Spuren. Im Stadtgebiet Wegberg lagen ca. 50 römische Bauernhöfe, hinter Rickelrath sind noch die Reste einer römischen Straße zu erkennen. Nicht weit davon entfernt gab es römische Brennöfen für Ziegel und Töpferware.

Ein zunächst rätselhaftes Metallobjekt aus Rickelrath

Unser Vereinsmitglied Frank Reinisch entdeckte 2008 auf einem Acker nahe Rickelrath einen Metallfund und legte ihn der Außenstelle Nideggen zur Bestimmung vor.

Jürgen Weiner stellte hierzu die Frage "Was könnte das sein?" und mutmaßte zunächst, dass es sich um eine "Ahle" handeln könne.
Einem Hinweis von Dr. Wolfgang Gaitzsch, Mitarbeiter der Außenstelle Titz des LVR-ABR, ist es letztlich zu verdanken, dass das Stück nicht als vermeintlich neue "Ahlenform" veröffentlicht wurde.
Der ausgewiesene Kenner römischer Metallobjekte und Werkzeuge erkannte in dem Objekt einen möglichen römischen Lampenhaken, ein durchaus seltener Fund.

Abb. Römische Bronzelampe mit angekettetem Lampenhaken (K. Goethert, Römische Lampen und Leuchter. Auswahlkatalog des Rheinischen Landesmuseum Trier (Trier 1997)
Foto: Wegberg-Rickelrath. Ein wohl römischer Lampenhaken aus Bronzeblech.
Archäologie im Rheinland 2008, S. 103
Abschließend bedankte sich Jürgen Weiner beim Finder "für die Bereitstellung des Objekts zur Publikation und für seine Hilfe bei der Beschaffung von Literatur."

Den vollständigen Aufsatz finden Sie hier:
 Jürgen Weiner: Was könnte das sein? Ein zunächst rätselhaftes Metallobjekt aus Rickelrath, in: Archäologie im Rheinland 2008, 103f.


Vorgeschichte


Tüllenbeil aus Bronze
(ca. 8. Jh. vor Chr.)

Steinbeil aus der Jungsteinzeit
(5300-2200 v. Chr.)


Römische Epoche


Bruchstück eines
römischen Dachziegels
(ca. 200 n. Chr.)

Mittelalter


Neuzeit



Beachtenswert im Stadtgebiet von Wegberg sind auch die großen Mottenanlagen, wie der Alde Berg in Dalheim und die Insel im Tüschenbroicher Weiher.

Weitere Informationen erhalten Sie während
der Öffnungszeiten der Vereinsbücherei:
am 3. Mittwoch im Monat ab 19:00 Uhr,
Rathausplatz 21 (Wegberger Mühle), 41844 Wegberg
oder bei Klaus Bürger (Tel.: 02434/4477).

Historischer Verein Wegberg e.V. - 21.03.2013 - Letzte Änderung: 19.01.2022

Historischer Verein Wegberg e.V.
Rathausplatz 21, Wegberger Mühle, 41844 Wegberg
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